Windows 8 – ein kleiner Erfahrungsbericht

Ok. Ich muss zugeben, ich habe mich bis jetzt immer auf neue Versionen von Windows gefreut. Da ich irgendwie zu diesen „Digital Natives“ gehöre und wahnsinnig gern mit neuer Software rumspiele war es für mich also nur eine Frage der Zeit, bis ich mir mal den Preview Release von Windows 8 besorge um dann mal zu sehen, was einem in den nächsten Jahren wohl so erwarten wird.

Cloud Computing ist der neue Trend

Vorab sei gesagt, dass Microsoft spätestens mit der Einführung von Windows Phone 7 damit angefangen hat wieder Fuß fassen zu wollen bei den Kunden, die ihren Apfel so gerne haben.

Obwohl der Konzern aus Redmond noch gute Marktanteile im Segment der Heimcomputer halten kann geht die Richtung eher in Mobile Hardware. Mal ehrlich: es ist auch angenehm immer seinen Laptop dabei zu haben (zu können 😉 ).

Wenn dann daheim noch der Arbeitsrechner steht und man auch noch ein Smartphone sein eigen nennt steht man schon vor dem Problem: Wo sind nur meine ganzen Dateien?

Hierbei bietet Cloud Computing Abhilfe. Mit Diensten wie Dropbox oder SugarSync kann man sich schon mal eigenen Gratisspeicherplatz im Internet sichern für die wichtigsten Daten. Durch gut durchdachte Anwendungen und Apps kann man all seine technischen Spielereien syncronisieren und hat so seine PDF’s und JPEG’s stehts griffbereit. Schöne Sache.

Dachte sich auch Microsoft und wollte bei Windows 8 alles richtig machen – wollte…

Der eigene Onlinespeicherdienst SkyDrive ist ab Werk installiert und schenkt einem 25 Gigabyte Serverplatz. Alles fein eingepflegt im neuen Windowsdesign.

Aber zurück zu meinem Windowstest.

Ich habe mir das Installationsabbild über den MSNDAA-Account meiner Hochschule besorgt und mit Hilfe eines Downloadmanagers heruntergeladen. War etwas holprig, lag aber eher an meiner Nachsicht den Notebookakku im grünen zu halten ^^ Aber dafür konnte man den Download fortsetzen.

Zur Installation entschied ich mich für VirtualBox um mein funktionierendes System nicht unnötig in Mitleidenschaft zu ziehen, ich wollte es ja nur mal ausprobieren.
Nach den notwendigen Einstellungen ging es los. Image in das Virtuelle Laufwerk geladen und los geht’s. Gewohnt benutzerfreundlich öffnet sich die Installationsroutine – wer schon einmal Windows 7 aufgespielt hat weiß wie es aussieht; es hat sich nicht viel verändert. Zuerst die Spracheingaben auswählen, Festplatte konfigurieren, CD-Key eingeben – Fertig. Nach etwa einer viertel Stunde meldet sich Windows 8 nach einem Reboot mit der Einrichtung eines Benutzers. Hierbei möchte das Betriebssystem alle möglichen Persönlichen Daten wissen, bis zur Telefonnummer und der Postleitzahl, was mich schon etwas verwundert hat. Ich wollte nicht unbedingt Post von Microsoft in meinem Briefkasten finden.dazu sei gesagt, dass man damit gleichzeitig einen Windows Live Account erstellte – was für die Nutzung von Windows 8 nicht unbedingt Relevant ist. Später kann man nämlich einen herkömmlichen Benutzeraccount erstellen ohne lästige Fragerei. Hier sieht man wieder was Microsoft vor hat: Das Komplettpaket für den Endbenutzer binden. Man benötigt ja schließlich das Live-Konto als Zugang zum App-Store und zu diversen anderen Anwendungen und Lösungen.

Die Position ist klar: Eine Lösung für alle Systeme

Nun zur Oberfläche: Es ist anfangs eine totale Umstellung. Jeder, der schon mal ein Windows Phone gesehen hat kennt sich eventuell besser aus als ich, aber so etwas braucht man meines Erachtens nicht für den normalen Heim-PC. Gut, dass man noch zum gewohnten Desktop wechseln kann – dem aber der Start-Button abhanden gekommen ist. Ok. Mal sehen, wie ich nun ins Internet komme. Also wieder zurück zum neuen Startbildschirm. Internet Explorer. (Gut, kenne ich noch vom Firefox installieren ^^). Etwas rumgebrowst, mal Flash installiert, scheint alles gut zu funktionieren. Langsam finde ich auch gefallen an dem neuen Eckigen Stil. Aber jetzt will ich mich mal etwas mehr umsehen. Es liegen schon einige der neuen „Kacheln“ auf dem Startbildschirm, was mir allerdings nichts bringt. Egal, ob ich mir das Wetter von morgen ansehen will oder auf der Karte herausfinden will wo den genau Bielefeld liegt – es tut sich nichts. Allein der Store funktioniert „in Ansätzen“. Bei einem klick auf diesen dreht sich die Kachel, zoomt fullscreen – und verschwindet wieder o.O
Ich weiß nicht, ob es an der Virtuellen Maschine liegt, aber bei mir tat sich gar nichts. Was mich wunderte, weil die „normalen“ Windowsanwendungen ja funktionierten.
Also mal sehen, was noch so ab Werk installiert ist und funktioniert

Der Startbildschirm soll den Desktop ersetzen

Dann stand ich vor dem Problem, andere Programme zu finden. Der Startbutton war ja nicht mehr da, wo er mal war. Über die Suchfunktion gelang ich zum Windows Media Player, der sich auf dem normalen Desktop öffnete. Um etwas Musik zu öffnen klickte ich mich durch den Windows Explorer. Dieser bekommt sein neuestes Menüdesign von Office geschenkt, was mir abrupt Stirnfalten ins Gesicht zauberte, da ich ab der Umstellung auf dieses neue Menü auf OpenOffice Umstieg, weil ich nichts mehr da fand, wo es einmal war.

Nach einem Besuch der Systemsteuerung und der Anpassungseinstellungen der neuen Startseite (Cursor einfach in das untere rechte Eck bewegen) lies ich es dann bleiben.

Fazit:

Windows 8 möchte wieder alles Richtig machen und macht es deswegen falsch. Gut gemeint ist nicht gleich gut. Der Grundlegende Aufbau und das normale Windowsdesign kommt vom 7er und sieht auch schick aus – aber die Idee auf den Startbildschirm zu setzen wird sich wohl nur im Tabletmarkt durchsetzen. Wollen wir mal für die Entwickler aus Redmond nicht hoffen, dass sich Windows 8 wie ein neues Vista entwickelt.
Ich für meinen Teil werde noch länger mein sehr (!) solide laufendes Windows 7 hernehmen und dem Markt erst einmal zusehen, wie er sich die nächsten Jahre entwickelt.

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