GRUB Fehler wegen gelöschter Linux Partition

Letzte Woche hatte ich die Aufgabe, den Windows 7 Laptop eines Freundes zu retten.

Es war nicht mehr möglich das System zu starten, nachdem unter Win 7 mit der Datenträgerverwaltung eine ungenutzte Linux Mint Partition gelöscht wurde.

Nach dem Starten landete man direkt in der Rescue Kommandozeileneingabe von GRUB2:

error: no such device
grub rescue>

Erschwerend kam hinzu, dass man unter dem Startvorgang auch nicht mehr per F2/DEL das BIOS öffnen konnte um die Bootreihenfolge z.B. auf das CD-ROM Laufwerk umzustellen.
Man hat sich also schön ausgesperrt 😉

Hintergrund:
Als Linux neben Windows installiert wurde, übernahm der Bootloader GRUB die Aufgabe zwischen den beiden Betriebssystemen auswählen zu können.
Um dazu fähig zu sein wurde GRUB in den Master Boot Record – kurz MBR – der Festplatte geschrieben.
Der MBR stellt praktisch ein „Inhaltsverzeichnis“ der gefundenen Betriebssysteme dar und bietet dem Anwender die Möglichkeit zwischen den Systemen zu wählen.
Um beim Starten volle Funktionalität zu gewährleisten werden allerdings Daten von Linux benötigt, welche nicht mehr gefunden werden.
Ergo ladet GRUB den rescue Modus.

Das bedeutet in diesem Fall, dass man an einem Ausbau der Festplatte nicht vorbeikommen wird (nicht nötig, wenn man noch von CD starten kann).

Wir haben die Platte dann in meinen alten PC eingebaut und das System mit Rescatux gestartet.
Rescatux ist eine Linux Live-CD, die einige Reparaturanwendungen mitbringt.
Darunter auch die Beta-Funktionalität den originalen Windows-MBR wiederherzustellen, was in diesem Fall leider nicht vollständig geklappt hat.

rescatux
Quelle: http://www.supergrubdisk.org/

Zunächst bin ich die Partitionen der HDD durchgegangen und habe mir die Zuordnung unter Linux notiert. Diese muss in einem späteren schritt angegeben werden.
Nach einem Neustart meldete sich auch wieder Windows – allerdings mit einer Fehlermeldung, dass man das System doch bitte wiederherstellen sollte.
Da war also nichts mehr zu machen.

Alternativ hätte man jetzt, bzw. anstatt des gerade erwähnten Punktes, wieder eine Linux Distribution installieren können, um den Bootloader GRUB wieder funktionstüchtig zu bekommen.
Dieser hätte vermutlich wieder das vergrabene Windows starten können – diesen Punkt haben wir nicht weiter verfolgt.
(Wenn man in der Richtung weitermachen will, sollte man danach Linux sauber deinstallieren – sonst kann man oben wieder das Lesen anfangen 😉 )

Da keine wichtigen Daten vorhanden waren wurde die gesamte Festplatte unter Zuhilfenahme von GParted (bereits in Rescatux integriert) formatiert und zurück in den Laptop geschraubt.
Da auch GRUB gelöscht wurde ließ sich Windows nun wieder über das Laufwerk des Laptops installieren.

Es sei gesagt, dass es durchaus möglich gewesen wäre die vorhandenen Daten über die Rescatux- oder eine beliebige andere Live-CD auf ein externes Speichermedium zu bringen.

Fazit:
Eine Installation eines Linux Derivates neben Windows ist nur sinnvoll, wenn man wirklich damit arbeiten will.
Wenn man Linux ausprobieren möchte empfehle ich eine Installation als Virtuelle Maschine (WLANs sniffen wird damit wegen virtuellen Treibern nicht möglich sein 😛 )
Oracles Virtual Box ist dazu wirklich sehr schön geeignet.
Das ganze läuft dann praktisch als Computer unter Windows.
Das benötigt mehr Rechenleistung – diese ist aber in Zeiten von Dual- und Quadcore Prozessoren m.b.M.n. vorhanden.

 

Weiterführende Links:

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