[Recherche Beispielsystem] AMD Ryzen 5 5600X

Anschließend an meinen letzten Blogpost soll nun ein Beispielsystem mit dem AMD Ryzen 5 5600X als Basis aufgebaut werden.
Als Anwendungsfelder sind z.B. Kompilierung von Software, CAD & 3D Modellierung (wobei hier die Grafikkarte maßgeblich sein kann), und Casual Gaming im 1080p (FullHD) Bereich zu identifizieren.
Für die üblichen Aufgaben wie Browsen, Office, Spotify und Youtube wird dieses System fast zu performant (und sicher zu teuer) sein.

Ich bitte darum, dass dieser Bauvorschlag als Einstieg in eine eigene Recherche verstanden wird. Es kann wie bei jedem selbst konfigurierten Computer zu Problem kommen (Stichwort: BIOS Update, Treiberinstallation, Profile des Arbeitsspeichers, etc.) auf die ich nicht im Detail eingehen kann, da ich das System nicht selbst aufbauen werde.

Folgende Punkte lasse ich bewusst außen vor, da diese häufig aus bereits bestehenden Systemen übernommen werden oder noch zu Hause rumliegen:

  • Massenspeicher
  • Laufwerke intern / extern
  • Gehäuse, Lüfter
  • Betriebssystem & Software
  • Netzwerkanbindung via WiFi
Beleuchtet werden nur die nicht-ausgegrauten Komponenten.

CPU – Startpunkt der Recherche

Wie bereits erwähnt wird hier ein System um den AMD Ryzen 5 5600X aufgebaut. Dieser zeichnet sich durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus und baut auf AMDs neuer Zen 3 Architektur in 7 nm Strukturbreite auf. Er unterstützt den neuen PCI Express 4.0 Standard, womit zukunftssicher hohe Datenübertragungsraten zwischen Hauptprozessor und nicht-flüchtigem Speicher (SSD) oder Grafikkarte sicher gestellt werden.

Weitere Details, wie Performant dieser Hauptprozessor im Vergleich mit der Konkurrenz ist hat unter anderem ComputerBase bereits Ende Oktober berichtet.

Arbeitsspeicher – Timings vor Frequenz

Aufgrund der Tatsache, dass die Zen 3 Architektur von schnellem Speicher profitiert (Stichwort: sollte bei der Auswahl des RAMs auf niedrige Latenzen geachtet werden. Das wissen auch die Hersteller der Speicherriegel, weshalb sie Kits mit erhöhten Frequenzen hochpreisig verkaufen wollen.

Heise hat in diesem Kontext verschiedene Arbeitsspeicher getestet um zu sehen, was das wirklich bringt.

Für diesen Bauvorschlag bleiben wir beim offiziellen DDR4-3200 Standard, halten beim Kauf allerdings die Augen offen nach Timings wie CL14-14-14-34. Ein 16GB Kit aus zwei Modulen ist beispielsweise für etwas über 100€ zu haben.

Für Freunde des Übertaktens möchte ich noch auf den DRAM Calculator für Ryzen von @1usmus verweisen. Hiermit kann man die einzelnen Zeiten des RAMs im Detail einstellen, was bei unsachgemäßer Handhabe allerdings zu irreparablen Schäden am System führen kann.

Mainboard

Um den Geldbeutel nicht zu sehr zu belasten soll ein nicht zu teures Mainboard genutzt werden, welches trotzdem mit den Neuerungen der fünften Ryzen-Generation umgehen kann (Stichwort: PCI Express Version 4.0).

Wie im voran gegangenen Punkt beschrieben müssen keine High-End Taktraten des Arbeitsspeichers verarbeitet werden, was eine breitere Auswahl an Modellen zulässt.

Eine von mir vorgefilterte Auswahl findet man über diesen Geizhals Link.

Im Übrigen sollte es ohne einen zusätzlichen Lüfter auskommen und bis auf Fehlercode-Displays nicht unnötig mit Beleuchtungs-LEDs besetzt sein.

Meine Wahl würde demnach auf ein Board mit dem B550 Chipsatz fallen, wie z.B. dieses hier von MSI.
Modelle mit X570 sind fast ausschließlich mit einem zusätzlichen Chipsatz Lüfter ausgestattet. Da solche Kleinen Lüfter üblicherweise höher Drehen um einen guten Luftdurchsatz zu erreichen empfinde ich diese meistens als störend.

Bei älteren Mainboards kann es sein, dass sie ein Update des BIOS benötigen (Stichwort: AGESA), um mit den neuen AMD Rechenwerke zu funktionieren.
Bitte bedenken: Falls ein Board Ryzen 5000 noch nicht unterstützt wird man m.W.n. eine ältere CPU brauchen um das Update ein spielen zu können!

Grafikkarte

Aktuell fällt mir die Wahl einer Grafikkarte schwer.
Das liegt daran, da die Verfügbarkeit der neuen Modelle besser sein könnte, was den – ohnehin nicht niedrigen – Preis in die Höhe treibt.

Außerdem werden diesen Monat vermutlich die neuen Generationen von AMD und Nvidia auf der bevorstehenden CES vorgestellt.
Das heißt es kann im laufe des Jahres mit guten, neuen Mittelklassekarten bzw. reduzierten aktuellen Modellen gerechnet werden.

Um Budget zu sparen entscheide ich für die Zusammenstellung nicht über die 300€ Marke zu gehen und wähle eine GeForce GTX 1660 SUPER.

Die bekannten Hersteller vertreiben diese mit 6GB GDDR6 Speicher und den üblichen Anschlüssen HDMI (2.0b) und DisplayPort (1.4a).

Im Vergleich besser schneiden die GeForce RTX 2060 (6GB, ca. 370 €; als 2060 SUPER: 8GB, ca. 470€) sowie die Radeon 5700 (8GB, ca. 440€; als 5700 XT: 8GB, ca. 470€) ab – allerdings zu den genannten Mehrkosten.

Dimensionierung des Netzteils

Eine Überschlagsrechnung der einzelnen Komponenten zeigt wie viel Leistung ein Netzteil für dieses System aufbringen sollte.

Komponente:Geschätzter Verbrauch [Watt]:
CPU65
RAM20
Mainboard50
Grafikkarte150
SSD & HDD (jeweils eine)30
Lüfter (CPU und zwei Gehäuselüfter)40
Summe (Richtwert für 80% Auslastung)355
Anforderung an Netzteil (100%)ca. 450
Schätzung der benötigten Leistung anhand von Erfahrungswerten inkl. Puffer.

Jede Komponente wird abhängig von äußeren Faktoren (Stichwort: dreckige Lüfter), der Bauteiltoleranz und dem geforderten Rechenaufwand in ihrem Leistungsbedarf schwanken.

Da Potential für ein Update vorgehalten werden sollte greife ich immer zur nächsten Leistungsstufe über meiner Schätzung.
In diesem Beispiel würde ich den Fokus auf die Leistungsklasse 500W legen.

Randnotizen:
1. Im Gegensatz zu den größeren Ausbaustufen ist der Ryzen 5 5600X mit nur 65W thermischer Verlustleistung (TDP) anstatt der sonst angegebenen 105W spezifiziert.
2. Eine High-End Grafikkarte würde je nach Model auch mehr als die hier angenommene Leistung benötigen.
3. Ich rechne mit 80% Auslastung, da Netzteile in diesem Bereich am effektivsten arbeiten.

Persönlich habe ich sehr gute Erfahrungen mit Netzteilen von be quite! gemacht, weshalb ich auf das leise, vollmodulare Straight Power 11 setzen würde.

Upgrademöglichkeiten in der Zukunft

Falls in Zukunft eine größere Auflösung wie bspw. 1440p (WQHD, „2K“) oder 2160p (UHD, „4K“) oder mehr Bilder pro Sekunde flüssig dargestellt werden sollen, kann die Grafikkarte durch eine modernere ersetzt werden.

Genauso verhält es sich mit dem Arbeitsspeicher. Da hier nur zwei Slots belegt werden ist ein Aufrüsten auf 32 GB jederzeit möglich.

Falls man mehr CPU Leistung benötigt wird man nur auf die leistungsstärkeren Brüder des 5600X setzen können. Eine andere Wahl wird man aufgrund des AM4 Sockels leider nicht haben, da die Ryzen 5000er Reihe („Vermeer“) die letzte sein wird, die diesen nutzt.
Entweder findet man in Zukunft preisgünstig einen stärkeren, gebrauchten Hauptprozessor wie den 5800X, 5900X oder 5950X zum Wechseln oder man steigt auf ein neues System um.

Weitere Quellen

Geizhals: Verfügbarkeit und Preisvergleich

Testberichte und Reviews

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